Oberlausitz

 

 

 

aaaaa

 

Die Lausitz wird in die brandenburgische Niederlausitz  und die sächsische Oberlausitz unterteilt. Die Lausitz grenzt im Osten an Polen und im Süden an Tschechien. Der Name Lausitz bezeichnete ursprünglich den Bereich der heutigen Niederlausitz - der Name stammt vom sorbischen Volksstamm der Lusici. Als das Land Budissin (Region Bautzen - sorb. Budyšin) hinzu kam, wurde zwischen Niederlausitz und Oberlausitz unterschieden.

Zwischen Königsbrück und Lauban verlief ein Teilstück der Via Regia, (ursprünglich Strata Regia, später Hoher Weg), einer Hauptverkehrslinie in west-östlicher Richtung zwischen dem Rhein und Schlesien (Frankfurt, Erfurt, Leipzig, Görlitz, Breslau. Ursprünglich standen diese Königswege unter höchstem Schutz und galten als besonders sichere und schnelle Reisewege - als Haupthandelswege, waren sie von großer wirtschaftlicher und  militärischer Bedeutung. Im Verlauf dieser Verkehrswege liegen manche Orte bedeutsamer historischer Schlachten, denn auch für einen schnellen Truppenaufmarsch und die kriegsbedeutsame Versorgungslogistik waren sie bestens geeignet.

Weitere Königswege reichten von Brügge bzw. von Santiago de Compostella über Krakau bis nach Kiew. In Leipzig wurde die Via Regia von der in Nord-Südrichtung verlaufenden Via Imperii gekreuzt, die sich von der Ostsee (Stettin) bis an die Adria (Venedig) erstreckte; diesem Umstand ist auch zu verdanken, dass Leipzig Ende des 15. Jahrhunderts zur Reichsmesse erhoben wurde, was ihr lange Zeit exklusive Messerechte im Umkreis von mehr als 200 km sicherte.

Die Oberlausitz umfasste ursprünglich auch Teile der heutigen polnischen Wojewodschaft Niederschlesien (Dolnośląskie) - daher auch der Doppelname Oberlausitz-Niederschlesien. Gelegentlich trifft man auch auf den Begriff Lusatia, was der lateinisierten Bezeichnung für die Region entspricht. Die Ausläufer der Mittelgebirge formen das hügelige Landschaftsbild.

"Die Tausendjährige Stadt Bautzen" und das Bautzener Land liegen im Mittelpunkt der Region; rund herum gruppieren sich die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, Niederschlesien, das Zittauer Gebirge und das Spreequellland, das Oberlausitzer Bergland, das Dresdner Land und die Westlausitz.

Bautzen bildete im Mittelalter gemeinsam mit Görlitz, Kamenz, Lauba (Polen),  Löbau und Zittau den Oberlausitzer Sechsstädtebund, eine Handels- und Schutzallianz.

Die größeren Orte liegen in den Landschaftsmulden; sie sind aus (Wald)hufendörfern (Haufendörfern) an den Kreuzungspunkten der Verkehrswege hervor gegangen. In den Tälern zwischen den  Hügelketten haben sich vor allem lang gestreckte Straßendörfer entwickelt. Über die Hügel und durch die ausgedehnten Wälder führen es nur wenige Autostraßen; hier überwiegen die Wirtschafts- und Wanderwege, die in den Schneemonaten vorzügliche Langlaufloipen hergeben.

Fast überall findet man Umgebindehäuser - eine Mischung aus traditionellem Fachwerk- und Blockhausbau, meist auf einem massiven Steinfundament; diese Bauform gibt es zwar auch in anderen Regionen Deutschlands, aber in der Oberlausitz haben diese Häuser typische optische und konstruktive Besonderheiten, die ihnen einen unverwechselbaren Charme verleihen: zweiseitige Sonnenuhren an den Hausfassaden, dekorative Schmuckelemente in den Holzverkleidungen und den Schindelbedeckungen, Winterfenster, üppig gestaltete und mit kunstvoller Holzschnitzerei ausgestattete Haustüren und Eingangsbereiche und dekorative Fensterumrandungen für Blumenschmuck.

 

 

 

  

 

  

Umgebindehaus mit Schieferornamentik

 

Schnitzkunst an einer Heimatstube

 

Ecksonnenuhr mit Würdigung

 

Die Umgebindehäuser waren Wohn- und Arbeitsstätte zugleich; unter einem Dach waren in wenigen Räumen die gesamte Familie, das Vieh zur Selbstversorgung und die Werkstatt für den Haupterwerb untergebracht - Handweben (u.a. Damast und Frottee), Töpfern, Korbflechten, Schuhmacherei und  Blaufärben waren die typischen Handwerke - um eine Familie ernähren zu können war Kinderarbeit unverzichtbar. Große Umgebindehäuser zeugten von Wohlstand und Einfluss.

Wer sich für Umgebindehäuser interessiert, dem sei die Broschüre von Karl Bernert "Umgebindehäuser - eine europäische Einmaligkeit" empfohlen, die in den regionalen Touristeninformationsbüros vorgehalten wird.

Die Oberlausitz gehörte nie zu den reichen Regionen Sachsens - nach der Wende im Jahre 1989 hat sich daran grundsätzlich nichts geändert. Mit dem nötigen Geschichts- und Traditionsbewusstsein besann man sich aber 1991 auf den Oberlausitzer Sechs-Städte-Bund - siehe oben - und machte daraus - nach mittelalterlichem Vorbild - eine neuzeitliche Tugend für den regionalen Tourismus.

Es ist ein leiser, fast unauffälliger Tourismus, der hier sehr geschickt offeriert wird. Die Netzwerke der Gemeinden und Städte arbeiten in Sachen Tourismus eng zusammen - wer eine Sehenswürdigkeit besucht findet Prospekte und Hinweise über zahlreiche umliegende Anlaufstellen - spätestens nach drei Tagen hat man Anregungen für mindestens vier Urlaubswochen. Gut ausgebaute Verkehrswege, die Pflege der regionalen Sehenswürdigkeiten und die Förderung von regional typischen Tourismusangeboten erschließen dem Gast eine der schönsten Ferienregionen Deutschlands.

Bettenburgen gibt es hier nirgends; auch Discos und Flaniermeilen zum Sehen und Gesehen werden sucht man vergeblich. Wer derlei Urlaubs"vergnügen" sucht, der muss zumindest bis nach Dresden fahren.

Wer sich in der Natur erholen möchte und den Stress des Arbeitsalltages weit hinter sich lassen möchte, der ist in der Oberlausitz am richtigen Ort. Die Lebenshaltungskosten liegen hier noch deutlich unter denen des bundesdeutschen Durchschnitts - damit kann man auch mit einer knappen Reisekasse oder einer kinderreichen Familie noch einen erinnerungswürdigen Urlaub verwirklichen.


Standort Oberlausitz:    Oberlausitz    Ferienhaus Zickler    Empfehlungen    "Meine Sachsen"

 

aaaa

 

 

friendly powered by docoer-dmms project# 200307_023 - © docooer-dmms 2003-2004 - letzte Aktualisierung 15.06.2004