Empfehlungen

 

 

 

 

Ausflugsziele und touristische Empfehlungen

In diesem Bereich sind einige lohnende Ausflugsziele für den Sommeraufenthalt zusammengestellt, die dem Besucher als Anregung für erste Unternehmungen dienlich sein können; selbstverständlich ist diese Liste nicht vollständig. Angaben zu Öffnungszeiten und dem jeweiligen Angebot sollten aktuell auf die Verfügbarkeit überprüft werden - etwaige Preisangaben sind ohne Gewähr und beziehen sich auf den Sommer 2004.

Alle Links wurden sorgfältig überprüft - die Verfügbarkeit entspricht dem Bearbeitungsstand von Juni 2004. Wegen der Vielzahl der Verweise wird es nur einmal im Jahr - Ende Mai - möglich sein alle Links routinemäßig zu überprüfen. Wenn Sie zwischenzeitlich verwaiste Links entdecken oder Links zu Objekten finden, für die bisher keine Webinformationen verfügbar waren, dann schicken Sie bitte eine kurze eMail an die im Impressum genannte Adresse.

   

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Erfrischung im Wasser und sonstige Sportmöglichkeiten

Freibäder - teilweise als Naturbäder, andere mit Solarbeheizung, wieder andere als idyllische Waldbäder und alle zu sehr moderaten, familienfreundlichen Eintrittspreisen -  gibt es in Bernstadt auf dem Eigen, Cunewalde, Ebersbach, Eibau, Großschönau, im Trixi-Park Zittauer Gebirge, in Herrnhut, Jonsdorf, Löbau und Neugersdorf sowie in Neusalza-Spremberg, Obercunnersdorf, Niederoderwitz, Olbersdorf, Oppach, Ostritz, Reichenbach, Seifhennersdorf, Waltersdorf und natürlich in Wehrsdorf

Weitere Beschreibungen, Adressen, Öffnungszeiten und Preise sind unter Freibad-Infos nachzulesen

Badelandschaften* und Hallenbäder gibt es in Zittau, Hirschfelde, Weißwasser, Großschönau (Trixi-Bad), Hoyerswerda (Palm Springs Lausitzbad), Kirschau (Körse-Therme), Krauschwitz (Erlebniswelt) und Neustadt (Monte Mare Badeparadies).

Weitere Beschreibungen, Adressen, Öffnungszeiten und Preise sind unter Hallenbad-Info nachzulesen.

Freunde des Angelsports können sich bei der Carp-Fishing-Group-Oberlausitz und beim Anglerverein Bautzen 1965 e.V. über die Reviere der Region informieren.

Golfer finden eine Anlaufstelle im Golfzentrum Schloss Rammenau - Oberrammenauer Str. 27 - D-01877 Rammenau - Telefon 0177 813 88 88 und weitere Hinweise unter Golf-Info - die Site macht allerdings einen etwas vereinsamten Eindruck, denn für das Jahr 2004 finden sich praktisch keine aktuellen Einträge oder Hinweise.

Sonstige Sportmöglichkeiten in der Oberlausitz sind unter Sport und Fitness  und auf der Oberlausitz-Web Sportseite sehr ausführlich beschrieben.

   

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Freizeitvergnügen für Kinder und Erwachsene

Weitere Infos unter Freizeit 1 und Freizeit 2

 

   

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Museen und Heimatstuben

 

Eine vollständige Liste würde den Rahmen dieser Site sprengen; deshalb an dieser Stelle lediglich der Hinweis auf die entsprechenden Infoseiten unter Museen und Heimatstuben. Teilweise sind die Heimatstuben in Gaststätten oder sonstige Räumlichkeiten mit anderweitigem Kundenverkehr integriert.

 

 

 

 

Liebhabern von Sonnenuhren sei ein Besuch des Sonnenuhrendorfes Taubenheim in der Gemeinde Sohland/Spree empfohlen. Hier gibt es 16 historische Sonnenuhren, die man über einen ausgeschilderten Themenwanderweg an den jeweiligen Umgebindehäusern besichtigen kann. Interessanter ist allerdings ein geführter Rundgang, den man telefonisch vereinbaren kann (Dr. Gernot Schultz - 035936 31245 oder  Herr Kutschke - 035936 34152). Wer sich schon vorher informieren möchte, der kann das in dieser Übersicht tun.

 

Amateurfotografen werden einige Not mit der perspektivischen Verzerrung haben und damit, dass es praktisch unmöglich ist während eines Rundganges optimales Licht auf allen Objekten vorzufinden. Es empfiehlt sich ein robustes Stativ mit langer Mittelsäule und einem Fernauslöser sowie eine kleine Brennweite, weil damit die Verzerrung deutlich geringer ausfällt.
Bei hoher Pixelzahl lässt sich der gewünschte Ausschnitt mit guter Detailschärfe in der EBV ausreichend vergrößern und mit geeigneter Software auch von den "stürzenden Linien" befreien.
Ecksonnenuhren sollten - neben einer Übersichtsaufnahme - unbedingt in Einzelmotiven fotografiert werden, den der Reiz dieser Objekte liegt in den vielen, teils sehr kleinen Ausstattungsdetails und Beschriftungen, die nur in Frontalaufnahmen hinreichend genau abgebildet werden können. Was die Lichtverhältnisse betrifft kann bei einigen Objekten ein Blitz mit der Leitzahl 55 die nötige Aufhellung erzeugen.

 

Ganz abgesehen von Dresden mit seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten, Museen und kulturellen Veranstaltungsorten, der Sächsischen Schweiz und dem Elbsandsteingebirge, hier noch einige Ausflugsziele, die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte, wenn man in der Oberlausitz Urlaub macht.

 

 

Porzellanmanufaktur in Meissen (Schauwerkstätten, Dauerausstellungen und Porzellanmuseum, Andenkenverkauf)

 

Über die erste europäische Porzellanmanufaktur - gegründet im Jahre 1710 - auf deutschem Boden noch viele Worte verlieren zu wollen, hieße Eulen nach Athen zu tragen, und die historische Liste der europäischen Herstellungsstätten für das "Weiße Gold" würde mehrere Vorschaufenster füllen. Die Mehrzahl der mittleren und kleinen Manufakturen hat die industrielle Großfertigung und später die Konkurrenz aus dem Überseehandel nicht überlebt; gehalten haben sich - nicht zuletzt auch aus Prestigegründen - vor allem die wenigen, nationalen Traditionsmanufakturen in jedem europäischen Land.
Wer sich für europäisches Porzellan interessiert, der kennt auch den ungarischen Mitbewerber, die 1826 in Herend (Kommitat Veszprem) gegründete Herendi Porcelánmanufaktúra, die mit einer großen Ausstellung bis zum 4. Juli 2004 in den Räumen der Albrechtsburg in einer Gemeinschaftsausstellung zusammen mit der Meissner Porzellanmanufaktur zu Gast ist. Im Keller der Albrechtsburg erinnert u.a. ein kleines Arrangement daran, dass Johann Friedrich Böttger dort bis 1706 auf Befehl von Kurfürst August zur Arbeit mit dem Auftrag inhaftiert war, mittels seiner alchimistischen Fähigkeiten Gold für die leeren Staatskassen zu erzeugen; gleichzeitig wird damit aber auch daran erinnert, dass Böttger kurz darauf dort wieder eingesperrt wurde, nachdem er versucht hatte, das als Staatsgeheimnis gehütete Verfahren zur Porzellanherstellung an den Preußischen Königshof zu verkaufen. Böttger verstarb im Jahre 1713 im Alter von nur 37 Jahren im Kellerverließ der Albrechtsburg.

Die Meissner Porzellanmanufaktur erlangte ab 1710 mit ihren Erzeugnissen großen Ruhm und schuf mit den "Gekreuzten Schwertern" eines der ersten Marken- und Warenzeichen. Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen gelangten Details über die Porzellanherstellung nur wenige Jahre später nach Wien, wo 1718 die erste Konkurrenzmanufaktur ihren Betrieb aufnahm.

Bis aus den zahlreichen regionalen Kleinmanufakturen im Raum um Herend der größte Manufakturbetrieb für Porzellanerzeugnisse auf ungarischem Boden wurde, dauerte es aber mehr als hundert Jahre. Angeblich wurde das Unternehmen von Moritz Fischer aus Farkasháza im Jahre 1839 gegründet; tatsächlich stellte sich aber bei intensiven Nachforschungen ab 1965 heraus, dass Verdienst und Ehre der Firmengründung auf das Jahr 1826 und den aus Sopron stammenden Vince Stingl zurück gehen; dieser hatte das Handwerk des Feinkeramikers zuvor in Wien erlernt - damit ergibt sich der Zusammenhang auch zwischen Meissen und Herend.
Das Markenzeichen Herender Porzellans ist nicht so einheitlich, wie das der Meissner Manufaktur, aber immer ist darin die Stephanskrone mit geknickten Christuskreuz enthalten. Die Augarten-Manufaktur in Wien hat dagegen die Kaiserkrone über einem stilisierten Bindenschild als Markenzeichen.

 

 

Die Bedeutung des sächsischen Traditionsbetriebes für Meissen wird dadurch deutlich, dass selbst im Internet auf der Website der Stadt der Blick zunächst auf die Manufaktur und erst dann auf die weiteren, zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Stadt und der Region gelenkt wird.
Die Gemeinschaftsausstellung mit Herend wurde übrigens anlässlich der Aufnahme Ungarns in die EU zum 1. Mai 2004 organisiert - eine fabelhafte Idee, wie ich finde, aber leider so kurz angelegt, dass die Mehrzahl der Schulferienurlauber zu spät in die Region kommt, um die Ausstellung besuchen zu können.

 

In der Schauwerkstatt werden in verschiedenen Räumen, an eigens hierfür hergerichteten Arbeitsplätzen, die wichtigsten Produktionsschritte des Formgebungs- und Dekorationsprozesses vorgeführt. Die Erläuterungen werden aus der Lautsprecheranlage simultan eingespielt, während die Mitarbeiter die Arbeitsschritte demonstrieren.
Weil dieser Schaubetrieb losgelöst vom Manufakturbetrieb angeboten wird, ist kann man hier auch fotografieren und am Ende der Demonstration unmittelbar mit den Mitarbeitern sprechen bzw. Fragen  stellen. Blitzaufnahmen aus der Totalen fallen ziemlich nichts sagend aus ... wie fast immer.
Man sollte versuchen mit ruhiger Hand aus der ersten Reihe einige Detailaufnahmen einzufangen, ein Einbeinstativ ist dafür hilfreich; wenn schon mit Blitzeinsatz, dann indirekt und mit reduzierter Leistung oder Diffusor - andernfalls zerschießt man die Stimmung mit Reflexen und Schlagschatten. Soweit man die Mitarbeiter im Bild einfangen möchte, dann sollte man - nicht nur aus gebotener Höflichkeit - um deren Einverständnis bitten. Die oben gezeigten Bilder wurden noch mit einer Fuji Finepix mit knapp zwei Megapixel ohne Blitz "aus der Hand" aufgenommen.

Fotoaufnahmen in den Ausstellungsräumen sind wegen der großflächigen Verglasung mit Blitzlicht nahezu zum Scheitern verurteilt - es gibt nur wenige freistehende Objekte. Für Innenaufnahmen ist ein Stativ unverzichtbar; ein zirkulärer Polfilter kann im Einzelfall hilfreich sein, die verschiedenen Reflexe aus Kunst- und Tageslichteinfall an den Scheiben und den Porzellanobjekten etwas zu verringern. Wegen der längeren Belichtungszeiten ist ein Fernauslöser hilfreich.

 

 

Deutsche Kunstblume in Sebnitz (Schauwerkstattbetrieb, Dauerausstellung, Heimatmuseum, Verkauf von Kunstblumen)

 

Sebnitz bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die den neugierigen Touristen mehr als einen Tag beschäftigen können; wer jedoch das Kunsthandwerk der Region kennen lernen möchte, der verbindet einen Besuch der Holzkunstwerkstätten in Langenwolmsdorf mit einer Fahrt in die Kunstblumenstadt Sebnitz und erlebt einen erinnernswerten Tag im westlichsten Teil der Oberlausitz. Wer bei dieser Gelegenheit seine Urlaubskasse etwas schonen möchte, nutzt in Sebnitz den Grenzübergang Nieder Einsiedel/Dolni Poustevna für einen kurzen Tankstopp in Tschechien - wer schon in der Region zu Gast war, der weiß, dass er dabei unweigerlich an "Little Hanoi" vorbei kommt, einem der zahlreichen, grenznahen Vietnamesenmärkte entlang der deutschen Grenze auf tschechischer Seite.

 

Die Kunstblumenherstellung in Europa hat mehrere Jahrhunderte Tradition und zweifellos gehörte die Manufaktur in Sebnitz mit seinen zahlreichen Heimarbeitstätten über mehr als 160 Jahre zu den bedeutendsten Produzenten mit weltweitem Ruf. Die hohe Fertigungsqualität und die naturgetreue Reproduktion der Blütenflora in fast allen denkbaren Vegetationsstadien wurden zum unverwechselbaren Markenzeichen, an die kaum ein anderer Kunstblumenhersteller je heranreichte - von der asiatischen Massenware, die gern in Supermärkten und Möbeleinrichtungshäusern als Dutzendware angeboten wird, ganz zu schweigen.

Mit dem Niedergang der Handweberei wurde das "Blümeln" zum wichtigsten Nebenerwerbszweig in der Heimarbeit der Region für die Frauen, die diese Handwerkskunst von den Böhmern erlernten. Die Blumenfertigung war bis zur Weltwirtschaftskrise, Ende der 20iger Jahre, traditionell besonders stark in Frankreich und Deutschland (Berlin und Sachsen) vertreten. Die Entwicklung der Hut- und Damenbekleidungsmode und das Arbeitsverbot für Mitbürger jüdischen Glaubens zu Beginn des Dritten Reiches führten zu einem drastischen Rückgang in der Herstellung und im Handel mit Kunstblumen - denn es waren vor allem jüdischgläubige Handelsvertreter, die Kunstblumen in ihrem Sortiment vertrieben.

Die größte Seidenkunstblume der Welt Das Bild wurde der Website der "Kunstblume Sebnitz" entnommen.

 

Nach dem 2. Weltkrieg kam es zu einer Konsolidierung der Kunstblumenfertigung im Raum Sebnitz; 1953 wurden mehr als 100 Betriebe als VEB Kunstblume zusammengefasst, die restlichen Privatbetriebe wurden 1972 eingegliedert. Bis kurz vor der Wende, im Jahre 1989, waren noch rund 3000 Arbeitsplätze in der Manufaktur und in der Heimfertigung mit der Herstellung von Kunstblumen in Beschäftigung.

 

Wer noch Gelegenheit hatte, vor oder kurz nach der Wende einen Rundgang durch die ursprünglichen Produktionswerkstätten in Nähe des Markplatzes zu machen, wer die Mitarbeiterinnen an ihren musealen Arbeitsplätzen beobachten konnte, mit welcher Geschicklichkeit und Präzision sie in einem mühsamen und langwierigen Arbeitsprozess diese einzigartigen Kleinkunstwerke herstellten, der sieht die Deutsche Kunstblume in den 2002 neu bezogenen Museumsräumen aus einem anderen, wehmütigen Blickwinkel.

 

Zweifellos ist es am neuen Ort hübsch, freundlich und hell, und vielleicht ist es für die Mitarbeiterinnen auch ein wenig angenehmer, in dieser Umgebung zu arbeiten; allerdings täuscht die neue Optik nicht darüber hinweg, dass hier ein Traditionsbetrieb ziemlich brutal abgewickelt wurde und jetzt nur noch ein Schattendasein als Schauwerkstätte fristen darf.
Angesichts der riesigen Sammlung an Stanz- und Prägewerkzeugen, die dicht an dicht in den Vitrinen liegen, bekommt man einen kleinen Eindruck von der überaus breiten Produktionspalette früher Zeiten ... es blutet einem das Herz, wenn man sieht, welche Ressourcen hier brach liegen. Was technisch immer noch möglich ist, zeigt ein Blick auf die größten Kunstblumen, die auch heute noch im Museumsbetrieb auf Einzelbestellung angefertigt werden können. Wer sich im Kontext zum Thema Kunstblumen informieren möchte, der kann dies auch auf der offiziellen Website der Blumenkunst aus Sebnitz tun. Die größten Kunstblumen sind übrigens im Pavillon des Heimatmuseums in der Hertigswalder Straße 12 zu sehen, während die Deutsche Kunstblume Sebnitz im Neustädter Weg 10 ihr neues Domizil hat. Von der Touristeninformation in der Schillerstraße 3 sind es jeweils weniger als 5 Minuten Fußweg zu den beiden Museen.

So ist es fast schon ein Aufruf zur Solidarität mit den wenigen verbliebenen Mitarbeiterinnen der Deutschen Kunstblume Sebnitz, die Schauwerkstätten zu besuchen und dadurch zum Erhalt des Museums beizutragen. Interessant und lehrreich ist ein Besuch allemal, und für den Liebhaber ist es eindrucksvoll zu erleben, wie viele Arbeitschritte, manuelle Geschicklichkeit und künstlerische Begabung nötig sind, um künstliche Blumen von so täuschender Ähnlichkeit mit den natürlichen Vorlagen herzustellen.
Auch wenn die Endprodukte, die man im angeschlossenen Ladenverkauf erwerben kann nicht billig sind - wenn wundert es bei so viel Handarbeit - ihren Preis sind diese Kunstwerke auf jeden Fall wert ... und auch das ist eine Möglichkeit, zum Erhalt dieses Museumsbetriebes beizutragen, denn gefertigt wird fast nur noch für den Museumsverkauf ... leider!

 

 

Blaufärberei - Blaudruck

 

Eine weitere Handwerks- und Nebenerwerbstradition ist die Blaufärberei und -druckerei - ein typisches Negativ- oder Reservedruckverfahren (die Umgebung des Musters wird eingewebt, das Muster selbst verbleibt in der ursprünglichen Tuchfarbe), wie es bei der Batik-Technik angewendet wird.

Baumwollverarbeitung und nennenswerte Wollproduktion aus großen Schafbeständen waren die Grundlage für die Produktion von Tuchen und Strickwaren. Die Blaufärberei ermöglichte die Materialfärbung der Rohware Wolle, während die Blaudruckerei der Flächen- und Dekorationsfärbung der Webstoffe, vor allem von Leinen und Halbleinen diente. Das "Blaue Handwerk" war keine Spezialität der Region, es war über ganz Europa verbreitet, entwickelte sich aber in Sachsen durch die enge Anbindung an die Tuch produzierenden Betrieb in ganz typischer Weise.

Wer sich über Küpen, Modeln und Papp informieren möchte, der kann das in zwei Betrieben tun, in denen nach Vereinbarung auch fachkundige Führungen angeboten werden - bei der Gelegenheit erfährt man auch, was Grünspan im Fertigungsprozess zu suchen hat. Für die Erstellung der Druckstöcke (Modeln) waren die Formstecher zuständig - übrigens, auch die Redewendung "grün und blau schlagen" stammt aus der Blaufärberei.

 

In der Blaudruckwerkstatt Pulsnitz von Alfred Thieme, Bachstraße 7, erfährt man alles Wissenswerte über Geschichte und Techniken der Blaudruckerei. Der gelernte Weber, der sich später zum diplomierten Textilingenieur qualifiziert hat, ist er jetzt Inhaber des Betriebes, dessen Leiter - Städtische Blaudruckwerkstatt Pulsnitz - er bereits seit 1985 war. Vor dem Hintergrund des beruflichen Werdeganges bekommt der Besucher freundliche und kompetente Informationen nicht nur über die Blaudruckerei, sondern über alle Aspekte der Weberei.

 

In der Blaudruckerei in Coswig (nördlich von Dresden), Hohensteinstraße 82, hat das Ehepaar Folprecht aus dem Hobbyunternehmen der frühen achtziger Jahre einen anerkannten Haupterwerbsbetrieb gemacht. Die Betreiber haben sehr viel Zeit und Mühe darauf verwendet, an neuem Ort dieses alte Handwerk mit ausgeprägtem Traditionsbewusstsein und großer Detailgenauigkeit nach historischen Vorbild wieder aufleben zu lassen. Wenn man die Werkstatt betritt, die Arbeitsprozesse beobachtet und sich mit den Gerätschaften und Materialien vertraut macht, dann hat man das Gefühl, als ob dieses Gewerbe hier schon seit Jahrhunderten ausgeübt würde. Führungen werden für Gruppen ab acht Personen innerhalb der Geschäftszeiten angeboten - sonst nach telefonischer Vereinbarung.

In beiden Werkstätten kann man die hauseigenen Erzeugnisse im angeschlossenen Werkstattladen auch kaufen; wer eigene Leinenstoffe bedrucken lassen möchte, kann diese mitbringen, aus einer Vielzahl von Mustern wählen und die Fertigung in "Lohnarbeit" nach seinen Wünschen in Auftrag geben.

 

Blaufärberei und -druckerei hat übrigens auch in den angrenzenden östlichen Ländern eine lange Tradition und ist heutzutage u.a. noch in Tschechien und Ungarn als Klein- und Ateliergewerbe anzutreffen. In Ungarn gibt es nur noch zehn Blaudruckermeister, die diesen Beruf ausüben.

 

So vielfältig wie die Materialien und Beschaffenheit der Modeln waren, so regional unterschiedlich waren Ausgangsstoffe und Extraktionsverfahren zur Gewinnung des blauen Farbstoffes - und der wurde keinesfalls nur aus chinesischem Indigo gewonnen. So kommt es auch, dass Blaudruckerzeugnisse nicht nur im tief dunklen, fast blau-schwarzen Farbton zu finden sind, sondern, so. z.B. in Ungarn auch im helleren, leuchtenden Blau. Ein Blick auf die Website von János Skorutyák in Bácsalmás (Ungarn) macht diesen Unterschied im direkten Vergleich offensichtlich - dritte Bildreihe von oben; dort wurde auch die nebenstehende Abbildung entnommen.

Die kleine Stadt liegt übrigens ganz im Süden des Kommitats Bács-Kiskun, an der Grenze zu Serbien.

Eine von vielen "westdeutschen" Varianten des Blaudrucks findet man auf der Website von Winterwerb.

Ungarische Meterware mit Steinmodeln

 

 

   

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Zoos und Tiergehege

 

Für Kinder immer wieder ein Erlebnis und für Fotoamateure die Möglichkeit ganz entspannt Tierbilder zu schießen sind die Zoologischen Einrichtungen und Tiergehege in

Einige Nummern größer und in Konkurrenz zu allen Einrichtungen mit diesen Dimensionen ist der Zoo Dresden  - besonders erwähnenswert sind das Menschenaffengehege, das Afrikahaus, die Tundra-Anlage, der "Zoo unter der Erde", das Terrarium, das Aquarium, die Greifvögelgehege und der Landschaftszoo. Der oben stehende Link zum Zoo erschließt sich nur mühsam, weil die virtuelle Tour sehr lange Ladezeiten benötigt; eine schnelle Übersicht findet sich in dieser Tabelle.

 

Weitere Infos zu den Tier- und Naturparks der Oberlausitzregion unter Zoos und Tiergehege.

 

   

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Umgebindehäuser

 

Bis hier in den nächsten Monaten ein eigener redaktioneller Beitrag eingestellt wird, soll ein Textauszug von der Oberlausitz-Website als erste Information dienen:

 

"In der Oberlausitz und ... bei unseren südlichen und östlichen Nachbarn sind Umgebindehäuser landschaftsprägend. Diese originelle Volksarchitektur vereint in sich die slawische Blockstube und die fränkische Fachwerkbauweise der deutschen Siedler.

Das Umgebinde besteht aus hölzernen Ständern, Schwellbalken und Kopfbändern. Auf dieser Stützkonstruktion vor der Blockstube im Erdgeschoß ruhen das Fachwerkobergeschoß und das Dach. Sandstein- oder Granittürstöcke verschönern oft noch die Häuser, in denen einst vorrangig Weberfamilien wohnten. Die meisten Umgebindehäuser sind in der Zeit von 1760 bis 1850 errichtet worden. In Obercunnersdorf, Wehrsdorf, Großschönau, Waltersdorf, Eibau, Dittelsdorf und Cunewalde prägen die Umgebindebauten das Dorfbild. Die Oberlausitz kann mit tausenden Umgebindehäusern auf das größte geschlossene Gebiet einer einmaligen Volksbauweise in Europa verweisen." [© CSS Computer Software Solutions d&s Schmaus GbR - Zittau].

 

Wer die Umgebindehäuser - nicht nur in der Oberlausitz - im Kontext aus Bauhandwerk, Siedlungsgeschichte, Brauchtum und allgemein geschichtlicher Entwicklung betrachten möchte, der kann sich auf der Website Umgebindeland umfassend informieren.

 

Eine wissenschaftliche Darstellung, mit ausgezeichneten Konstruktionszeichnungen, umfangreichen Informationen zur handwerklichen Fertigung bezüglich der einzelnen Gewerke und eine reichhaltige Bildgalerie findet sich auf der Site "Informationszentrum Umgebindehaus" von Prof. C. Schurig und Team. Detailinformationen und sehr schöne Fotos finden sich außerdem auf Sachsenstolz - einer privaten Website von Jens Braun aus Münster.

 

Besonders große, mehretagige Umgebindehäuser in Ortsmitte und an den (ehemaligen) Ortsein- und ausgängen waren auch schon früher Herbergen für Reisende; gleichzeitig dienten sie als Poststellen, als Wechselstellen der Pferde für die Postkutschen. In ganz Sachsen, so auch in der Lausitz, führen einige Gaststätten, Pensionen und Hotels heute noch die Bezeichnung "Erbgericht" im Titel.

Das geht auf die Einführung und Durchsetzung des sächsischen Rechts zurück. Der Landesherr vergab Teile der Gerichtsbarkeit an wohlhabende Adelige, die alle Kosten aus der -Rechtsdurchsetzung zu tragen hatten und ihren Gewinn aus den verhängten Strafgeldern zogen. Die Adeligen wieder delegierten die niedere Gerichtsbarkeit an allgemein akzeptierte oder hierfür bestimmte Dorfmitglieder, die damit die Funktion des Dorfschulzen hatten. Dieser konnte von den Strafgeldern und dem Erlös aus geldwerten Strafen in aller Regel etwa ein Drittel für sich einbehalten; darüber hinaus war mit diesem Amt auch die Ausübung des Beherbungs- und des Schankrechte sowie die Erlaubnis zur Führung einer Fleischbank verbunden und nicht selten auch die Mühlen- und Schmiederechte. Auf dieser Grundlage konnten die so genannten Erbrichter ihren Wohlstand nachhaltig mehren.

 

Ein weiterer Begriff, der in diesem Zusammenhang an zahlreichen Gaststätten zu lesen ist, sind die Wörter Kretscham bzw. Kretschmer. Sie bedeuteten ursprünglich so viel wie Schankstube bzw. Krug. Als Gerichtskretschmer oder Gerichtskretscham wiesen sie die jeweilige Lokalität (meistens die Schankstube) als den Ort aus, an dem bei Bedarf die nötigen Gerichtsverhandlungen abgehalten wurden. Später verselbständigte sich der Begriff als Synonym für den Dorfrichter (Dorfschulzen) bzw. den (Gast)-Wirt als Inhaber eines Kretschams; noch später wurde er zu einem eigenständigen Familiennamen. Im übrigen deutschen Sprachraum ist der Begriff des Schultheißen geläufiger.

Kretschmerei hatte aber auch die Bedeutung des unehrenhaften Handels.Im Original liest sich das Kretschamprivilig wie folgt:

 

"Der Eigentümer kann einen Kretscham (einen Ausschank) errichten. Er hat das Recht "ohne Begrenzung und Behinderung" Bier auszuschenken. ... Er darf "ungehindert schlachten, backen und Gastung halten an Fremde und Einheimische".

 

Die eigentliche Herkunft des Begriffes ist nicht letztgültig geklärt. Im Tschechischen heißt Schenke "krčma" und im Polnischen "karczma", so dass ein lautsprachliche Angleichung aus dem nordböhmischen oder niederschlesischen Sprachraum sehr wahrscheinlich ist (Lehnübertragung). In der Oberlausitzer Mundart heißt Kretscham "Kraatschn".

 

   

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Regionales Brauchtum

 

Neben den Einflüssen aus der Koexistenz mit der Volksgruppe der Sorben gibt es auch ein typisches Oberlausitzer Brauchtum, dass über das ganze Jahr hinweg zu verschiedenen Anlässen vor allem im ländlichen Gebiet gepflegt wird; es hat seinen Ursprung in vorchristlichen, aber auch in frühchristlichen Zeiten; dazu gehören u.a.

  • Vogelhochzeit (25. Januar)

  • "Zu Lichten gehen" (Fastnachtsbrauch)

  • Fastnachtsbetteln

  • Zampern (sorbischer Fastnachtsbrauch)

  • Gehen zum Gründonnerstag (unter diesem Link sind auch alle weiteren, sorbischen Osterbräuche erläutert)

  • Karfreitags-Rasseln (Gründonnerstag bis Ostersonnabend als Ersatz für das Glockenläuten)

  • Osterbäumchen und Ostersträuße (gefärbte und kunstvoll bemalte Eier)

  • Osterwasser holen

  • Osterreiten (ein Osterprozession von überregionaler Bekanntheit sorbischen Ursprungs, mit dem die Auferstehung Christi verkündet und gefeiert wird)

  • Walpurgis-Feuer (haidnischer Brauch zur Teufels- und Hexenaustreibung in der Nacht vom 30. April zum 1. Mai),  Maibaumsetzen (30. April)

  • Pfingstsingen (Pfingstsonn- und -montag)

  • Gierschdurfer Schissn (Neugersdorfer Schießen -  ein Schützenfest, an dem der Schützenkönig ermittelt wurde, ist heute das größte Volksfest der Oberlausitz am 25. Juli)

  • Kamenzer Forstfest (Bartholomäuswoche   - wird von den Schülerinnen und Schülern aus Kamenz in der Woche des 22. August gepflegt)

  • Adlerschießen und Ritterstechen (Kirmesvergnügen als Reaktion auf königliches Jagdverbot),

  • Kirmes (traditionelles Kirchweihfest)

  • Flenntippel hinstellen (Halloween mit ausgehöhlten Rüben)

  • Bescherkind (sorbischer Weihnachtsbrauch)

  • Hosianna-Singen am Heiligen Abend in Kamenz (ursprünglich am 6. Dezember, seit der Reformation am 24. Dezember zu Ehren des heiligen Nikolaus)

Der Begriff Sorben - in der Oberlausitz sind es die Obersorben  um Bautzen, Weißwasser, Hoyerswerda und Kamenz - stammt mutmaßlich vom slawischen Wort "serbja" ab; die alte Bezeichnung "Wenden" geht vermutlich auf die Römer und die von ihnen geprägte Bezeichnung "vandalicae". Die Niedersorben finden sich im Siedlungsraum um Cottbus.

Die Sorben sind das kleinste slawische Volk in Europa. Sie sind nahe verwandt mit den Slowaken, den Tschechen und den Slowenen, aber auch mit allen anderen slawischen Völkern; sie zählen heute ca. 65.000 Menschen in der Region mit einer eigenen Schrift und Sprache.

 

   

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Essen und Trinken

 

An dieser Stelle gibt es keine Empfehlungen für Gourmettempel und Luxusgastronomie. Der Reiz der regionalen Küche liegt im Erfindungsreichtum der Vorfahren, mit wenig Geld und Zutaten Schmackhaftes aus den Produkten der Region zuzubereiten und den kulinarischen Einflüssen aus dem angrenzenden Ländern Polen und Tschechien, im weitesten Sinne auch aus Österreich-Ungarn.

In den zahlreichen Berg- und Waldbauden und in den meisten Landgasthöfen gibt es deftige regionale Küche und böhmische und schlesische Gerichte – und die sollte man probieren und genießen, wo immer sich die Gelegenheit dazu bietet - dazu ein frisches, kühles Bier vom Fass und der Urlaub geht durch den Magen.

Senioren- und Kinderportionen – fast überall zum halben Preis – sind selbstverständlich und werden genau so sorgfältig angerichtet, wie die übrigen Speisen.

Und so sieht das Angebot auf einer typischen regionalen Speisekarte aus – in Oberlausitzer Mundart geschrieben – und wer beim Lesen keinen Appetit bekommt ... – allen anderen ... guten Appetit:

Suppen

Kraftbrühe vu wild`n Viechern mit Kliesln vu an Hirsch`n - (Feine Wildkraftbrühe mit Hirschfleisch Klöschen)

Tomatnsuppe mit a bissl frisch`n Kase und a poar Würf `ln weißen Brute und Knobl`ch - (Tomatencremesuppe mit Knoblauchcroutons)

Zwibblsuppe mit Knobl`ch und Gmiesekliesln - (feine Zwiebelsuppe mit Knoblauch und Gemüseklößchen)

Gruenzeug

kleener Taller vull Solate - (kleiner Salatteller)

grußen Taller vull verschied`nen Solaten aus`n Goarten, gekochtn Schink`n, Zwibbln, Thunfischstick`ln, feinen Kräutern und vill Kase vum Schöps - (großer Salatteller mit Schinken, Zwiebeln, Thunfisch und Schafskäse)

grusser taller vull verschied`nen Solaten aus`n Goarten mit frisch gebrutnen Streifen ehner Pute

grusser Taller vull verschied`nen Solaten aus´n Goarten mit oan Teig gebacknen Köppen vu Champignons

a bissel woas Herzhaftes 

a feines Würzfleesch an Ton-noappe gebrucht - (feines Würzfleisch)

a`ne Schissl Flecke - (Fleckeintopf süß-sauer)

"Goalerte" - vurnamchte, an Hause gemachte Golarte mit ner feinen Tunke, derzu geb mer Euch Broatabern mit a bissel Solate - (Sülze mit Bratkartoffeln und Remouladensoße)

"Durchgedrahtes Borstenvieh" - Frischer Hackepeter mit Zwibbl`n, saurer Gurke, Butter und Brut

"Kaaler Schlachtetaller " - a ne Ploatte vull mit Blut- und Laberwurscht, a bissl Hackepeter, saure Gurke, gude Butter und schwarzes Brut

"Kutscherbrut" - a Teller vull mit gerächerten Schweinerücken, a bissel gude Butter, Brut und a Schnapsl - (Schinkenteller)

"Bauernpfanne" - an Haufen Broatabern mit Wurschtlstickln, Pilzen aus´n Busche, bunt`n Gmiese und ub`n druf zwee Spiegeleier

Guttschmäcke macht Battlsäcke - Stupperchl mit Speck, Zwibbln und Sauerkraut

"Gesindeassn" - a woarmes Stickl Schweinefleesch und a poar Pilze aus`n Busche uffm Stickl frischn Schwarzbrute mit Meerretch und saurer Gurke - (Schweinefleisch mit Pilzen auf Schwarzbrot mit Meerrettich und sauer Gurke)

Wilde Sach`n aus unsren Busche 

Gulasch vu an Hirsche mit a poar Pilzn aus`n Busche, enne Birne mit Beern, Rutkraut, und a poar Abernkugeln - (Hirschedelgulasch mit Pilzen, Preiselbeerbirne, Rotkohl und Kartoffelbällchen)

"Hoasenbroat`n" - oane geschmorte Keule vu an wild`n Hoasen mit rut´n Kraute und Abern - (geschmorte Hasenkeule mit Rotkraut und Kartoffeln)

"Dammschenken - Dammhirschsteak " - oane Scheibe aus der Keule vu enn jung`n Hirsche kurz a dr Pfanne gebrutt, derzu geb mehr Euch Rosenkohl, Pilze aus`n Busche und a poar Abernkugl`n mit Stickl`n vu Mandl`n aus`n Orient - (Hirschsteak mit Rosenkohl und Mandelkoketten)

"Hubertusspieß" - Fleesch vu oan Hirsch`n, Speck und Champignons uff`m Spieß gestackt, in enner Pfanne uffgehang und oagezünd, mit Rosenkohl und Pilzen aus`n Busche umlecht und derzu gibt`s oach a poar Abernkugl`n mit Stickl`n vu Mandl`n aus`n Orient -  (Flambierter Spieß mit Hirschfleisch, Speck und Champignons, dazu Rosenkohl, Waldpilze und Mandelkroketten)

Gesottenes, Gebroatenes und Gegrilltes 

"Kutscher riemen" - A ne gebrutne Wurscht in ner Soße vu Zwibbl`n Mit selbergemachter Abernmauke und sauren Kraute - (Bratwurst mit Zwiebelsoße, Kartoffelpüree und Sauerkraut)

"Bihmsches Bierfleesch" - mit sauren Kraute und hausgemachten Kliesen gebrucht  - (Böhmisches Bierfleisch mit Sauerkraut und klößen)

"Seemannsassn" - A Stickl Fisch ausn grußn weiten Meere, gedünstet in Wein mit Kräutern und guder Butter, derzu geb mer an feine Soße von Kräutern und an Berg Reis - (gedünstetes Seehechtfilet in Kräutersahnesauce mit Reis)

"Sauerbroatn" - ebch an Steintuppe mit schwarzn eibschn Biere und viernamchten Kräutern eingelecht, dann a dr Rihre geschmort un mit Rutkraut und Kliesen zu Euch gebrucht - (Sauerbraten mit Rotkohl und Semmelklößen)

"Rindsroulade" - a`ne feine Roulade vu an Rindvieh aus dr Äberlausitz gefillt mit Speck, Zwibbl`n und saurer Gurk hierzu gibt`s Rutkraut und Kliese - (Rinderroulade mit Rotkraut und Klößen)

"Rostbrät`l" - a Stickl vu an grußen Schweine, eigeläht a guten Senf und vurnahm Biere, a bissl Gewirze derzu, a poar Tage stiehn gelussen, frisch gebroaten, Zwibbln druf, Broatabern und a Haufen Solat derzu - (Rostbrätl mit Bratkartoffeln und Salat)

"Rindvieh-Schnalzer" - A feines Stickl gekochter Zunge vu an Rindvieh, derzu geb mer a poar Stangen vu Sparg`l und Abern mit vill guder Butter - (Rinderzunge mit Spargel und Kartoffeln)

"Schnitzel noach Jager`s Art" - a grusses Schnitzel vu an Schweine mit Pilzen aus`n Busche und Abern mit vill guder Butter- (Schnitzel mit Pilzen und Kartoffeln)

"Sunntsch-broaten" - a ne frisch gegrillte Haxe vum Schweine, uff an Berge vull Sauerkraute derzu gibt`s unsre Kliese - (gegrillte Schweinshaxe mit Sauerkraut und Klößen)

"Hirtensäckl" - Fleesch aus`n Rücken vu an Schweine, Kase vum schoaf, Kräuter aus`n Goarten, a dr Riehre Gebackene Abern mit Knoblch-Quark und a bissel frischn Solate - (Schweinefleisch, Schafskäse und Tomaten mit Kräutern in der Folie gegart, Ofenkartoffel und Knoblauchquark)

"Äberlausitzer Bachfurelle" - e ne Furelle aus`n Gebirgsbache mit Pilzen und Kräutern vullgestuppt, a dr Pfoanne gebroatn,a bissl braune Butter drieber, und Abern mit woas Grinn` (is gutt fer de Ogn) - (gebratene Forelle mit Pilzen gefüllt, dazu Kartoffeln )

Fer de klenn Quälgeister

Quoarkkoallchen mit Äppelpappe - (Quarkkäulchen)

a Noapp vull Nudln mit Tomatensoße und gebroatnen Wurschtstickn - (Nudeln mit Tomatensauce und Wurststückchen)

Abernmauke mit knusprigen Fischstäbchen - (Kartoffelpürree mit Fischstäbchen)

a Schnitzel vun Karasek`s Suhne mit gebackenen Stangen eener guttn Aber und vurnamchtn Gemiese - (kleines Schnitzel vom Schwein mit Pommes frites und buntem Gemüse)

Zunn Noachtische

Vanillepudding mit Beeren aus`n Busche

zwee gefillte Plinsen - (Zwei gefüllte eierkuchen)

gebackene Affenknacker - (im Kokosflockenmantel gebackene Banane)

 

 

Und wer jetzt wissen möchte, wo es all diese Köstlichkeiten gibt, der fährt zum

 

Gasthof zur Dammschenke

02796 Kurort Jonsdorf, Großschönauer Str. 65
(
(035844) 72777 - +
dammschenke@t-online.de

 

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Familie Herrling unter
 

Gasthof zur Dammschenke

 

An diesem Ort erschließt sich die Bauweise und die gemütliche Atmosphäre eines typischen Umgebindehauses, man entdeckt die leckere regionale Küche und erlebt freundliche, aufmerksame Gastgeber. Für Hotelgäste gibt es interessante Komplettangebote mit Frühstücksbuffet und Abendessen - überwiegend mit freier Auswahl aus der umfangreichen Speisekarte.

Zum Essen trinkt man ein gepflegtes regionales Bier vom Fass oder - als Weinliebhaber - einen edlen Tropfen sächsischer Herkunft aus dem bestens sortierten Weinkeller.

 

Reizvolle Ausflugslokale im Raum Dresden

 

Auf der Suche nach kurzweiliger Ablenkung von der erholsamen Ruhe der Oberlausitz lädt Dresden zur kulturellen und kulinarischen Abwechslung ein. Neben den Gourmettempeln sind es vor allem von den traditionellen Ausflugsrestaurants ein besonderer Reiz aus, denn sie bieten überwiegend eindrucksvolle Aus- und Übersichten über die Stadt Dresden bzw. den Elbstrom. Es empfiehlt sich, vor allem zu den Spitzenzeiten in der Saison ein Platz zu reservieren, damit man nicht lange auf einen Tisch warten oder gar unverrichteter Dinge weiter ziehen muss.

 

Malschendorf

Naturschänke Malschendorf – Am Hohl – Allerbeste Aussicht auf Dresden – Reservierung empfohlen

0351 2618889 – täglich ab 11 Uhr

 

Dresden-Loschwitz

Körnergarten am Blauen Wunder – Direkt an der Elbe

Körnerschnitzel – Bandnudeln mit Lachs und Lauchrahmsauce – Kaffee Kuchen

Friedrich-Wieck-Straße 26 – 01326 Dresden-Loschwitz – 0351 2683620 – täglich 11 – 24 Uhr

 

Dresden-Mickten

Lindenschänke – 100 Jahre alt Lindengarten – Frischgezapftes Bier

Altmickten 1 - 01130 Dresden 0351 85995 77 und 78 – täglich 11 – 23 Uhr

 

Dresden-Loschwitz/Wachwitz

Erbgerichtsklause – Direkt an der Elbe und Fähranleger

Pillnitzer Landstraße 170 - 01326 Dresden - 0351 2632363

 

Dresden-Friedrichstadt

Kuppelrestaurant Yenidze - Kuppelrestaurant und Freiterrasse -

Weißeritzstraße 3 – 01067 Dresden – 0351 4905090 – täglich ab 11 Uhr

 

 

Dresden-Hosterwitz/Pillnitz

Oberer Gasthof Niederpoyritz – Original Ungarisch-Österreichische Küche – Biergarten

Pillnitzer Landstraße 239 – 01326 Dresden – 0351 2633990

 

Meixmühle im Friedrichsgrund – Biergarten – Gastronomie – täglich ab 10:30 Uhr

 

Restaurant Carolaschlösschen – See mit Wasserfontänen

www.carolaschlösschen.de – 0351 2506000 – täglich ab 11 Uhr

 

Dresden-Johannstadt

Cafés Fährgarten Johannstadt – Deftige Hausmannskost – Traditionelles Ausflugsrestaurant – Grill und Qualitätsweine - Bier

Käthe-Kollwitz-Ufer 23B - 01307 Dresden - 0351 4596262

 

 

 

   

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Kulinarische Ereignisse und Kochbücher

 

Wer sich mit der Lausitzer und der Sorbischen Küche vertraut machen möchte, dem sei die Broschüre

 

"Wassermann und Karpfen Blau"

 

von der Marketinggesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien in Bautzen, Taucherstr. 23, (03591) 48770 wärmstens empfohlen, die angesichts der Lausitzer Fischwochen 2003 heraus gebracht wurde.

 

Ein besonderer Bonus des Heftes sind die original Oberlausitzer Kochrezepte, die sich auf fast jeder Seite finden. Manche wurden von den Köchen hiesiger Restaurants verraten, manch andere stehen auch in einheimischer Volks-Tradition, wie zum Beispiel Pellkartoffeln mit Quark oder die Vogelhochzeits-Elster "Sroka".

 

Im Web findet man leider nur wenige Hinweise zur Oberlausitzer bzw. zur Sorbischen Küche. Immerhin gibt es einen längeren Thread im Forum auf der auch sonst sehr empfehlenswerten Website von chefkoch.de - dazu in der Suchfunktion "sorbisch" bzw. "lausitz" eingeben.

 

Auf der Site der Lausitzer Fischwochen finden sich unter "Kulinarisches" drei leckere Gerichte (Hecht und Wels bzw. Karpfen).

 

Lausitzer Kochrezepte findet man auch in dem Büchlein aus dem Komet Verlag

 

Sächsische Küche - Regionale Küche mit Tradition

 

ISBN: 3-89836-355-4 - EAN: 9783898363556 - 144 Seiten - Preis: 5,- EUR

 

Aus dem Verlag Wolfgang Hölker in der legendären Reihe "Das Kochbuch aus ..." vermutlich nur noch antiquarisch zu beziehen

 

Das Kochbuch aus Thüringen, Sachsen & Schlesien

 

ISBN: 3-88117-016-2 - 152 Seiten - in rot-weiß kariertes Tischtuchleinen gebunden

 

Im Oberlausitzer Verlag - Am Butterberg 7 - 02799 Waltersdorf - Telefon (035841) 7227 - von F. Nürnberger

 

Oberlausitzer Backbuch

 

und aus gleichem Verlag - ohne Nennung eines Autors

 

Oberlausitzer Kochbuch mit historischen Betrachtungen

 

letzteres mit der ISBN 3-928492-07-1. Beide Bücher werden vor allem in regionalen Buchhandlungen und in den zahlreichen Museen und Heimatstuben angeboten.

 

Die Originalität der Backrezepte erschließt sich nicht aus den Namen der Backwaren, sondern aus den regional typischen Abweichungen in der Rezeptur - enthalten sind unter anderem die Eierschecke, der Weihnachtsstollen, verschiedene Pfefferkuchen- und Mohnbackwaren.

 

Im Oberlausitzer Kochbuch führt die Einleitung von Hans Klecker in die Besonderheiten der regionalen Küche ein und erläutert auch die Lebensbedingungen der Menschen am Ende der vorindustriellen Zeit - vor allem die der Leineweber. Die wichtigsten mundartlichen Begriffe werden übersetzt und erklärt, was zum Verständnis der Rezeptnamen unbedingt erforderlich ist. Zwischen den Rezepten sind immer wieder passende, mundartliche Gedichte, Anekdoten und Hinweise zum Anlass verschiedener Rezepte eingefügt.

 

Typischer Weise nehmen die Gerichte mit Abern (Kartoffeln), Mauke (Kartoffelbrei), Quoark (Quark) und Leinäle (Leinöl) einen breiten Raum ein - es waren die typischen "Arme Leute Gerichte" aus jener zurück liegenden Zeit - Fleisch oder Fisch gab es allenfalls zu hohen Feiertagen und dann auch selten zum "satt essen". So ist es kein Wunder, dass die Sachsen aus dem wenigen was zur Verfügung stand mit viel Ideenreichtum immer wieder neue schmackhafte Varianten entwickelten, um die Familie halbwegs satt zu bekommen und bei Laune zu halten.

 

Wer die Lausitzer Küche live erleben möchte, der besucht die Lausitzer Schlemmertage am 25. und 26. September 2004 in Hoyerswerda.

 

   

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Koch- und Backrezepte

Demnächst - ab August 2004 - werde ich hier einige typische Rezepte der Region einstellen. Bis dahin mag als Einstieg das Rezept für die viel nachgefragte Eierschecke als erstes hier den Platz halten:

 

(B) Eierschecke

 

Zutaten

  Zubereitung

 

1 kg geschlagener Hefeteig

200 g Butter

3 - 6 Eier

60 g Zucker

1 - 2 Messerspitzen Zimt

 

 

Der gegangene Hefeteig wir ausgerollt und auf das gefettete Kuchenblech gegeben - dabei die Ränder etwas hoch ziehen.

Eine Masse aus der angewärmten, flüssigen Butter, dem Zucker und den 3 Eiern oder 6 Eigelb durch langsames einquirlen herstellen; zum Schluss noch den Zimt einbringen und alles vorsichtig auf dem Hefeteig verteilen.

Den Kuchen bei kleiner Hitze backen - er sollte goldbraun sein - und danach mit Puderzucker überstreuen.

 

 

 

550 g Mehl

100 g Butter

80 g Zucker

1/2 l Milch

40 g Hefe

5 g Salz

 

Grundrezept für einen schweren, geschlagenen (gekneteten) Hefeteig

 

Hefe zerkrümeln und 4 EL warmer Milch weichen lassen. Einen  TL Mehl und einen TL Zucker dazu geben und dann glatt rühren.

Das Mehl in eine Schüssel geben, eine Vertiefung in die Mitte drücken und dort hinein den Ansatz geben und danach an einem warmen Ort mit einem Tuch bedeckt zwanzig Minuten gehen lassen.

Dann den den Inhalt der Schüssel gut durchmischen und Milch und Butter in kleinen Portionen hinzugeben.

Nun wird die Masse so lange mit dem Holzlöffel gerührt, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst, dann nochmals zirka zwanzig Minuten gehen lassen und wieder kräftig durchkneten.

Abschließend nochmals abgedeckt an einem warmen Ort zirka dreißig Minuten gehen lassen.

Dann ist dieser Hefeteig, der sich besonders für Obst- und Gemüsekuchen eignet, fertig und kann weiter verarbeitet werden.

Die Backzeit beträgt 45 bis 60 Minuten bei mittlerer Hitze.

(K) Lausitzer Pellkartoffeln

     

Pellkartoffeln

Quark oder Sahnequark

Zwiebeln, Kräuter

Salz, Pfeffer,

Leinöl

grobe Leberwurst

Senfgurken

  Magerquark mit etwas Milch und/oder etwas Sahne anrühren oder Sahnequark in gewünschter Fettstufe entsprechend sämig rühren; Salz und Pfeffer hinzugeben, klein gehackte Zwiebel und frische Kräuter - bevorzugt fein gehackter Schnittlauch einrühren und ziehen lassen.
Die dampfenden, gepellten Kartoffeln auf einem Teller anrichten, den Quark aufgeben und in der Mitte eine Vertiefung eindrücken; dort hinein einige EL Leinöl geben. Am Tellerrand Senfgurkenviertel und einige größere Flocken der groben Leberwurst auflegen und servieren.
Senfgurken und Leberwurst sind Beilagen, die ihren Ursprung in der schlesischen Region haben.

 


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